Von: "Maik" <e-Mail ist bekannt>
Betreff: Loona
Datum: 9. September 2015 09:12:56 MESZ
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Moin liebe Hundefreunde,

hier ein kleiner Bericht über unsere Hündin Loona und unsere Probleme mit ihr.

Loona hörte gut. Tat sie wirklich – bis sie hinter einem Reh her flitzte und weg war. Kein Rufen und kein Locken halfen. Nach einer intensiven Suche durch Wald und Graben (bei 4°C Außentemperatur echt kein Vergnügen), tauchte sie zum Glück wieder auf. Trotz unserer Lektüre von Fachbüchern und dem Schauen diverser Youtube-Videos, die allesamt nützliche Tipps zur Hundeerziehung hergaben, waren wir uns bewusst, unbedingt professionelle Hilfe zu benötigen. Durch den Tipp eines befreundeten Hundehalters landeten wir bei Frank Stummeier.

Während eines ausführlichen Eingangsgespräches und eines Spaziergangs mit Loona, machte sich Frank ein ausführliches Bild von unserem Hund. Schnell bekamen wir den Ansatz des Problems vermittelt. Wir hatten den Hund zwar gut erzogen, aber in Bezug auf ihren Charakter eben doch falsch. Ihr gesamtes Verhalten uns gegenüber war ängstlich und ohne Vertrauen. Ihrer Sensibilität (sie bekam einen Schluckauf, wenn man barsch „Aus“ rief) erforderte andere Maßnahmen, als die, die wir von der Erziehung unseres vorherigen Tieres, einer außerordentlich selbstbewussten Hündin, kannten. Loona suchte sich, sobald wir uns ihr zuwandten, einen Ersatzreiz, der ihren starken Jagdtrieb unterstützte. Alles andere nahm sie im Grunde lieber, als einen direkten Kontakt mit uns.

Frank trug uns ein völlig anderes Verhalten dem Hund gegenüber auf und wir begannen, eine Vertrauensbasis zu schaffen. Loona sollte lernen, gerne zu uns zu kommen und den Kontakt mit ihrer Familie nicht als notwendiges Übel zu sehen. Als nächstes arbeitete Frank an der Leinenführigkeit, die sich zu 99% aus unserem Verhalten dem Hund gegenüber ergab. Neue Abläufe, veränderte Körpersprache und veränderte Kontaktaufnahme bildeten die Grundlage. Loona läuft außerdem seit einem halben Jahr an der Schleppleine, so dass wir im Bedarfsfall sofort reagieren können.

Wir waren erstaunt, wie schnell sich das Verhalten von Loona veränderte. Ihre gesamte Körpersprache wurde selbstbewusster und aufgeschlossener, mittlerweile kommt sie mit wedelndem Schwanz, sobald sie gerufen wird, und ist auch aus Spielsituationen gut abrufbar. Sie möchte unbedingt dabei sein und taucht oft und unerwartet auf, um sich im Wohnzimmer oder Arbeitszimmer einfach neben uns zu legen. Körperkontakt benötigt sie nur selten, sie ist sich selber genug, ohne jedoch unfreundlich auf Berührungen zu reagieren. Beim Toben macht sie eine Ausnahme, da ist heftiges Berühren erwünscht! Mittlerweile fordert sie den Körperkontakt sogar manchmal ein, das sind besonders schöne Momente.

Die Grundlage für ein Angehen unseres eigentlichen Problems war damit geschaffen. Ihr starker Jagdtrieb wird sicherlich nicht nachlassen, aber durch das neue Vertrauen zu uns und die gesteigerte Aufmerksamkeit uns gegenüber, zeigt sie auch hier schon gute Erfolge, an denen wir mit Frank fleißig weiterarbeiten. Sie läuft unserem Ziel, einer Freundschaft ohne Leine, in großen Schritten näher.

Mit den besten Grüßen
Karen,Maik und Loona